Am Mittwoch entscheidet die Bürgerschaft über einen Antrag der Fraktionen DIE LINKE, SPD, CDU und FDP/Unabhängige, den Schutzstatus des Naturwaldes „Swienskuhlen“ demnächst aufheben zu lassen, um dort eine Gewerbefläche für den Monopile-Herstellers EEW zu ermöglichen. Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.Volt fordert, alternative Fläche für die Erweiterung zu prüfen. Vor allem das Gebiet des künftigen B-Plans 21.GI.209 in der Nähe der jetzigen EEW-Flächen müsse vertieft in den Blick genommen werden, ehe man einen jahrhundertealten Wald opfere.
Dr. Anja Eggert, Fraktionsvorsitzende: „EEW ist ein wichtiges Unternehmen für Rostock und wir unterstützen die Erweiterungspläne. Ich finde es aber unverantwortlich, dass die vier Fraktionen quasi auf Zuruf einen derart wertvollen Waldbestand aufgeben wollen. Dabei gibt es gleich in der Nähe eine ähnlich große Fläche im Überseehafen, die bereits für eine Bebauung vorgesehen ist. Diese Fläche liegt sogar deutlich näher am Verladekai als die Swienskuhlen. Der Bürgerschaft liegen bis heute weder klare Anforderungen vor, welche EEW an die Fläche stellt, noch legt eine Alternativenprüfung vor. Eine solche Prüfung ist das Mindeste, bevor eine Bürgerschaft über die Aufhebung eines Schutzgebietes nachdenken sollte.
Eine politische Vorfestlegung auf die Swienskuhlen kann sogar zum Bumerang werden und die ganze Erweiterung gefährden. Naturschutzrechtlich kann eine solche Abholzung nämlich nur genehmigt werden, wenn vorher alle möglichen Alternativen vernünftig geprüft wurden. Wenn ein einseitiger Beschluss das in Frage stellt, könnte dies die wichtige Erweiterung in eine Sackgasse führen.
Natürlich gibt es auch bei der Alternativflächen Herausforderungen, zum Beispiel querende Leitungen. Genau das muss Teil der Prüfung sein. Es sollte aber in Rostock nicht einfacher sein, einen jahrhundertealten Wald abzuholzen, als Rohrleitungen höher- oder tieferzulegen.“