Die Fraktion Grüne.Volt in der Rostocker Bürgerschaft hat zur Juni-Sitzung erfolgreich einen Antrag eingebracht, der die Prüfung einer neuen Beratungsstelle zur Prävention häuslicher und sexualisierter Gewalt vorsieht. Der Schwerpunkt soll dabei auf Menschen liegen, die Gewalt ausüben oder bei denen ein entsprechendes Risiko besteht.
Ziel ist es, durch niedrigschwellige Beratung Gewalt frühzeitig zu verhindern und Eskalationen zu vermeiden. Geprüft werden sollen ein zeitlich befristetes Modellprojekt, Kooperationen mit bestehenden Beratungsstellen für Betroffene sowie rechtliche, finanzielle und strukturelle Rahmenbedingungen. Auch Fördermittel von Land und Bund sowie eine wissenschaftliche Begleitung sollen berücksichtigt werden.
Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Lisa Rieker betont: „Gewalt sollte möglichst verhindert werden, bevor sie entsteht. Zu einem guten Gewalthilfenetz gehören darum neben der Unterstützung für Betroffene auch wirksame Präventionsangebote. Ein Teil der Menschen, die Gewalt ausüben oder kurz davor stehen, sind für solche Beratungsmöglichkeiten zugänglich. Doch in Rostock gibt es bislang keine ausreichenden Angebote für diesen Personenkreis.
Mecklenburg-Vorpommern ist aktuell auch das einzige Bundesland, in dem entsprechende Beratungsangebote nicht systematisch im Rahmen von Auflagen durch Gerichte oder Interventionsstellen einbezogen werden können. Es wäre also ein wichtiges Angebot für die gesamte Region und nicht nur für die Hansestadt Rostock, um das Ausmaß häuslicher und sexualisierter Gewalt zu reduzieren.“